Journalisten mit Interesse an Gesundheitsthemen

Spezialisierung Medizinjournalismus

Spezialisierung Medizinjournalismus

Gesundheitsthemen erreichen riesige Publikum, aber die Qualität schwankt enorm. Von übertriebenen Heilsversprechen bis zu unnötiger Angstmache – vieles läuft schief, weil grundlegendes medizinisches Verständnis fehlt.

Dieser Kurs gibt Ihnen das Rüstzeug, um medizinische Forschung kompetent zu bewerten. Wir starten mit Anatomie und Physiologie – nicht im Detail, aber genug, um zu verstehen, wovon Studien sprechen. Wie funktioniert eigentlich das Immunsystem? Was passiert bei Diabetes im Körper? Ohne diese Basis können Sie Forschungsergebnisse nicht einordnen.

Studien kritisch lesen

Der Schwerpunkt liegt auf klinischen Studien. Phase I bis III, Endpunkte, Surrogatmarker, Number Needed to Treat – das sind keine abstrakten Begriffe, sondern entscheiden darüber, ob eine Therapie wirklich funktioniert. Wir arbeiten mit aktuellen Studien zu Krebstherapien, Herz-Kreislauf-Medikamenten und Impfstoffen. Sie lernen, absolute und relative Risikoreduktion zu unterscheiden – ein Klassiker, bei dem viele Artikel daneben liegen.

Ein großes Thema ist der Umgang mit Unsicherheit. Medizinische Forschung liefert selten eindeutige Antworten. Wie schreibt man darüber, ohne alles zu relativieren? Wir schauen uns an, wie etablierte Medien damit umgehen und wo sie scheitern.

Absolute Risikoreduktion von 1% klingt weniger beeindruckend als 50% relative Reduktion – beschreibt aber dasselbe.

Sie führen Interviews mit Ärzten, Forschern und Patienten. Jede Perspektive hat ihre eigene Logik und ihre blinden Flecken. Außerdem behandeln wir ethische Fragen: Wann ist Berichterstattung über experimentelle Therapien vertretbar? Wie geht man mit Interessenkonflikten um?

Programm und Ablauf

Medizinische Grundlagen

  • Anatomie und Physiologie für Journalisten
  • Krankheitsmechanismen verstehen
  • Pharmakologie-Basics
  • Medizinische Terminologie entschlüsseln

Klinische Forschung bewerten

  • Studiendesigns und ihre Aussagekraft
  • Statistische Fallstricke in Medizinstudien
  • Cochrane Reviews nutzen
  • Interessenkonflikte identifizieren

Praxis und Ethik

  • Experteninterviews führen (Ärzte, Forscher, Patienten)
  • Gesundheitsinformationen verständlich machen
  • Umgang mit Kontroversen (Impfungen, alternative Medizin)
  • Rechtliche Aspekte (Persönlichkeitsrechte, Heilmittelwerbung)
Gastvorträge

Vier Sessions mit praktizierenden Ärzten und Forschern aus Universitätskliniken

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